Der Hinstorff Verlag –
195 Jahre norddeutsche Verlagsgeschichte
Im Jahr 1831 von Dethloff Carl Hinstorff gegründet, gehört der Hinstorff Verlag heute zu den bedeutendsten Verlagshäusern Norddeutschlands – mit über 400 lieferbaren Titeln und rund 40 Neuerscheinungen pro Jahr.
Wurzeln im Plattdeutschen
Regionale Literatur prägt Hinstorff seit seinen Anfängen. Schon zu Zeiten Fritz Reuters gehörte das Niederdeutsche zum festen Programmbestandteil. Neben Mecklenburgs Nationaldichter zählen Rudolf Tarnow und John Brinckmann zu den erfolgreichsten Autoren des Verlages. Sie legten den Grundstein für die bundesweite Ausnahmestellung, die Hinstorff bis heute bei Freunden des Plattdeutschen genießt.
Literatur mit Gewicht
Von Beginn an spielte auch anspruchsvolle Literatur eine zentrale Rolle. Mitte der 1960er Jahre wurden Werke von systemkritischen Autoren wie Jurek Becker, Fritz Rudolf Fries oder Ulrich Plenzdorf ins Verlagsprogramm aufgenommen, was dem Verlag den Beinamen "Suhrkamp des Ostens" einbrachte. Die Werke und der literarische Nachlass von Franz Fühmann, einem der wichtigsten deutschen Autoren nach 1945, werden noch heute betreut.
Bildbände und Coffee Table Books
Hochwertige Bildbände und "Coffee Table Books" zu Ländern, Regionen, Städten und Themen wie Schlössern, Backsteingotik oder Bäderarchitektur gehören seit Jahrzehnten zum Verlagsprofil.
Kalender, Sachbuch und Maritimes
Im Kalenderbereich zählt der seit über 40 Jahren erscheinende "Land und Meer" ebenso zu den Klassikern wie die großformatigen Landschaftsaufnahmen von Thomas Grundner. Das Sachbuchprogramm deckt Mecklenburg-Vorpommern und weitere norddeutsche Bundesländer ab – von Lexika über regionalgeschichtliche und volkskundliche Bände bis zu Reiseführern, Natur-, Garten- und Kochbüchern. Seit den 1960er Jahren gehört zudem Maritimes zum Programm: die legendäre "Blaue Reihe" (2016 im neuen Design), maritim-historische Sachbücher sowie Sagen und Erzählungen.
Junge Sparten mit großer Wirkung
Die Kinderbuch-Rubrik ist mit ihren ersten Titeln aus dem Jahr 2002 vergleichsweise jung – und dennoch außergewöhnlich erfolgreich: Mehrere Kinderbücher wurden ausgezeichnet, viele erschienen als Lizenzausgaben in zahlreichen Sprachen. Seit 2003 produziert Hinstorff, meist gemeinsam mit dem NDR, Hörbücher mit plattdeutscher Literatur und Kindergeschichten. Wissenschaftlich flankiert wird das Programm durch regelmäßige Publikationen der Fritz-Reuter-Gesellschaft und weitere Forschungseinrichtungen.
Wachstum durch Kooperationen und neue Formate
Seit 2006 ist das Programm des Konrad Reich Verlags unter dem Hinstorff-Dach zu Hause, ebenso wie seit 2010 die preisgekrönten Fotobildbände des hannoverschen Fotografen Karl Johaentges unter dem Label "KaJo".
Der Programmbereich "Ostseekrimi" wurde 2011 mit regionalen Kriminalromanen erfolgreich eingeführt. Heute gehören über 50 "Ostseekrimis" für alle touristisch relevanten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns – von der Wismarer Bucht der Rostock-Warnemünde, Fischland-Darß-Zingst bis hin zu den Inseln Rügen, Hiddensee und Usedom – zum lieferbaren Hinstorff-Programm.
Im Jahr 2014 zeigte das in Kooperation mit der Ostsee-Zeitung entstandene "Rostock-Album", wie fruchtbar sich alte und neue Medien verbinden lassen: Die inzwischen mehrbändige Reihe erlebte zahlreiche Neuauflagen, der begleitende Facebook-Auftritt gewann rasch über 19.000 Follower.
Ausgewählte aktuelle und viele vergriffene Titel sind zudem als E-Books erhältlich.
Mit der Graphic Novel "Im Eisland" betrat der Verlag im Jahr 2016 Neuland: Erstmals erzählte Hinstorff ein maritimes Thema vollständig illustriert. Der erste Band der Trilogie über die Franklin-Expedition von 1845 wurde 2016 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Starke Partner
Der Hinstorff Verlag kooperiert mit dem NDR, der Ostsee-Zeitung, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Kunsthalle Rostock, zahlreichen Museen sowie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.
Im Jahr 2026 feiert Hinstorff seinen 195. Geburtstag und zählt damit zu den ältesten Verlagen im deutschsprachigen Raum.