Rosenlöcher, Thomas
Thomas Rosenlöcher, 1947 in Dresden geboren, 2022 in Kreischa gestorben, war als Handelskaufmann tätig, ehe er von 1976 bis 1979 am Literaturinstitut "Johannes R. Becher" ein Studium absolvierte. In den folgenden Jahren arbeitete er am Kinder- und Jugendtheater in Dresden. Im Frühjahr 2006 erschien mit "Das langgestreckte Wunder" das erste Bilderbuch mit einer Geschichte von Thomas Rosenlöcher im Hinstorff Verlag (illustriert von Jacky Gleich), das mit der Aufnahme in die Liste "Die besten 7" von Deutschlandfunk und Focus ausgezeichnet wurde.
2007 folgte "Der Mann, der noch an den Klapperstorch glaubte" (illustriert von Maja Bohn). Das Buch wurde u. a. von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten Bücher des Jahres 2007 ausgezeichnet und erhielt den 2. Preis beim Troisdorfer Bilderbuchpreis 2009. Rosenlöcher, dessen Werk seit 1990 hauptsächlich der Suhrkamp Verlag publiziert, wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem "Georg-Maurer-Preis" (1989), dem "Schubart-Preis" (1993), dem "Hölderlin-Preis" (1999), dem "Kunstpreis der Stadt Dresden" (2002) und zuletzt mit dem "Hölty-Preis für Lyrik" (2008).
Das langgestreckte Wunder
Ein Mann liegt in einem Garten, einem kleinen Garten. Derart klein, dass der Ausgestreckte nicht nur mit dem Kopf an den Zaun stößt, sondern zugleich auch mit den Füßen. Doch während der Mann den riesigen Himmel über sich und dem kleinen Garten betrachtet, beginnen seine Beine plötzlich zu wachsen – hinüber auf das Grundstück des wenig beglückten Nachbarn, dann in Aufsehen erregender Disziplinlosigkeit durch die nahe Schule, spielentscheidend über einen Fußballplatz und bald schon durch die ganze Stadt hinaus aufs Land ... Thomas Rosenlöchers "Das langgestreckte Wunder" ist eine Kindergeschichte voller Sprachwitz, mit vielen Überraschungsmomenten – und im wahrsten Sinne des Wortes weltumfassend.